Heerlager (I)

eulenfurz

heerlager01

Gestern das „Heerlager der Heiligen“ angefangen zu lesen. Keine blumige Prosa, eher ein hölzerner Zustandsbericht, der in den 1970ern freilich noch als Science Fiction gedacht war. Der französische Schriftsteller Jean Raspail berichtet über die Anlandung von Millionen verhärmter, halbverhungerter Inder an der Südküste Frankreichs. In der Vorhersehung sind insbesondere die exemplarischen Charaktere interessant, welche die Psychodynamik der heuer handelnden Protagonisten in frappanter Übereinstimmung widerspiegeln.

Der Text beginnt sogleich mit dem Blickwinkel eines Literaturprofessors, welcher in einem ehrwürdigen Haus an der Küste zwischen angehäuften Requisiten lebt und die Anlandung der Invasoren direkt miterlebt. Interessiert, aber emotional teilnahmslos. Er ist ein Vertreter des alten Europas, also jenes der Kultur, der Ästhetik, des Feingefühls für tiefere Fäden zwischen Vergangenheit und Zukunft. Er läßt die Augen in seinem dreihundertjährigen Hause umherschweifen:

… Dafür brauchte er viel Zeit, denn er verweilte lange bei jedem Gegenstand. Jeder Blick war für ihn wie ein Liebesakt. Manchmal…

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