Der ewige Deutsche

Als alliierte Truppen 1945 deutschen Boden betraten, war die alliierte Führung mit einem gravierenden Problem konfrontiert: Ihre Soldaten würden dort nicht jene Bestien vorfinden, vor denen sie seit Jahren gewarnt hatten, sondern eigentlich ganz normale, nette Leute.
Also mussten sie sich eine Erklärung einfallen lassen, die in diesem Lehr- bzw. Propagandafilm namens „Your Job in Germany“, der genauso gut unter dem Titel „Der ewige Deutsche“ hätte laufen können, umfassend dargelegt wird:
Das vom Krieg besessene deutsche Volk strebe nach der Weltherrschaft und falle, wann immer sich die Gelegenheit dazu ergibt, über seine Nachbarn her, um sie zu unterjochen. Nach einem Krieg setze das deutsche Volk eine Maske der Freundlichkeit auf, um die Welt von seiner Harmlosigkeit zu überzeugen, nur um insgeheim den nächsten Eroberungsfeldzug vorzubereiten. Die Alliierten dürften auf keinen Fall ein weiteres mal auf diesen hinterhältigen Trick hereinfallen.

1945 hätte man das strikte Fraternisierungsverbot noch alliierter Werwolf-Hysterie (Angst vor deutscher Partisanentätigkeit) zuschreiben können. Heute wissen wir, dass weit mehr dahintersteckt. Es handelt sich um nichts Geringeres, als die Schaffung der Nazi-Keule. Jeder Deutsche sei ein potentieller Nazi, Kriegstreiber und Massenmörder. Jedes Kind könnte der nächste Hitler sein. Egal wie freundlich, reumütig, oder angewidert von der NSDAP ein Deutscher sich gibt, es gibt keine Garantie dafür, dass es sich nicht wieder nur um „den alten deutschen Trick“ handelt. Daher ist totales und ewiges Misstrauen gegen jeden Deutschen eine absolute Notwendigkeit, damit „so etwas“ nie wieder geschehen kann.
Die massive Verdächtigung jedes deutschen Abweichlers und die Verteufelung der gesamten deutschen Geschichte finden wir in der heutigen politischen und medialen Landschaft wieder. Die alliierte Doktrin ist BRD-Doktrin geworden.
Das strikte Verbot, sich mit Deutschen anzufreunden oder zu diskutieren, erfüllte darüber hinaus natürlich den Zweck, dass alliierte Soldaten nicht mit Informationen, die ihnen verborgen bleiben sollten, in Kontakt kamen.
General George Patton, der offenbar mit solchen Informationen in Kontakt kam, und dessen Bild von Deutschland sich im Laufe des Jahres 1945 um nahezu 180° wandelte, bezeichnete diesen Propagandafilm als „Bullshit“ und stürmte aus der Vorstellung. Er hat das Jahr 1945 nicht überlebt.

Darüber hinaus ist zu beachten, dass dieser Film ein propagandistisches Meisterstück darstellt. Wir sehen, welches Zerrbild durch das bloße Weglassen bestimmter Informationen und Begleitumstände geschaffen werden kann. Wir finden endlose Aufzählungen alles Schlechten und Schrecklichen, das Deutschland verbrochen haben soll. Die Namen der angegriffenen Länder werden dem Zuschauer wie Faustschläge ins Gesicht geschleudert, exakt im Takt der morbiden Hintergrundmusik. Polen, Frankreich, England usw. werden nicht auf der Karte gezeigt oder durch nationale Symbole, sondern durch weinende Frauen, Kinder, Tote und Verwundete repräsentiert. Dazwischen sieht man immer wieder deutsche Marschkolonnen.

Bemerkenswert ist außerdem wie würdevoll, fröhlich, sympathisch und interessant die Deutschen auf diesen Aufnahmen aussehen. Kein Vergleich zu den Formfleischmenschen, die man heute sieht.

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